Toleranz, Freiheit, Chancengleichheit und Pluralismus – wofür stehen diese Begriffe eigentlich und wie begegnen wir ihnen in unserem schulischen Alltag? Darüber diskutierten am vergangenen  Mittwoch, 06.02., die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8a und 8b mit Wertebotschaftern der Bildungsinitiative „GermanDream“.

Diese Initiative wurde von der Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal gegründet. Ziel ist es dabei, Schülerinnen und Schülern die Werte der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Deutschland zu vermitteln. Die Jugendlichen sollen in einem geschützten Raum außerhalb des normalen Unterrichts die Möglichkeit erhalten, mit Wertebotschaftern über Hindernisse, Chancen, Ängste und Hoffnungen offen sprechen zu können. Die Wertebotschafter kommen dazu in die Schule und begleiten und moderieren in einer Doppelstunde diesen Dialog. Sie stammen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Neben Botschaftern aus Politik, Kultur, Sport, Wissenschaft und Wirtschaft kommen auch viele mitten aus unserer Zivilgesellschaft.

So war am Mittwoch Moderatorin Melina Castillo Coppola von „GermanDream“ extra aus Berlin angereist, um mit den beiden Klassen aus der Jahrgangsstufe 8 solch einen Wertedialog zu führen. Unterstützt wurde sie dabei durch die ehrenamtlich tätigen Wertebotschafterinnen  Hannah Aithnard und Sadiye Cakar. Hannah ist in Paris als Tochter togoischer Eltern geboren und in Süddeutschland aufgewachsen. Sie arbeitet als Junior Prozess Managerin bei Bertelsmann. Sadiye ist in der Türkei geboren. Sie schloss eine Ausbildung zur Erzieherin in Deutschland ab und leitet seit 2015 erfolgreich eine Kindertagesstätte.

Der Dialog begann in den Klassen zunächst mit einer offenen Gesprächsrunde, in der die Werte gesammelt wurden, die den Schülerinnen und Schülern besonders wichtig erschienen und über die sie unbedingt mit den Wertebotschafterinnen sprechen wollten. Anschließend berichteten Melina, Hannah und Sadiye sehr eindrücklich über ihr eigenes Leben, in der sie leider schon viele Erfahrungen mit Ausgrenzung, Rassismus und Beleidigungen machen mussten. Anschließend  wollten sie dann von den Schülerinnen und Schülern wissen, ob diese auch bereits ähnliche Erlebnisse in der Schule gemacht haben. An dieser Stelle verließen die betreuenden Lehrerinnen den Raum, damit die Schülerinnen und Schüler nur mit den unabhängigen Wertebotschafterinnen offen sprechen konnten. Gemeinsam suchten dann alle Beteiligten nach Lösungen, wie man als Betroffener, aber gerade auch als Klassengemeinschaft, Anfeindung, Ausgrenzung, Rassismus und Beleidigungen begegnen könne. Mit Hilfe der zu Beginn gesammelten Werte wurde überlegt, wie die Schülerinnen und Schüler als Klassengemeinschaft zusammen lernen und generell zusammen leben wollen.

Der Wertedialog war sehr eindrucksvoll und setzte bei den Schülerinnen und Schülern viele Gefühle aber auch Denkprozesse frei. Das Gespräch führte ihnen klar vor Augen, dass es nicht wichtig ist, wo sie herkommen, sondern nur wohin sie wollen und wie sie als Gemeinschaft zusammenleben wollen. Denn ohne eine freiheitliche und tolerante Gemeinschaft gibt es auch keinen Zusammenhalt und ein gemeinsames Lernen und Weiterkommen wird enorm erschwert.