Vier Schülerinnen aus dem aktuellen 10. Jahrgang der Gesamtschule nahmen gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Ulrike Lindner erfolgreich am Schülerwettbewerb „RecyclingDesignpreis – Ausgezeichnete Ideen“ teil. In diesem internationalen Gestaltungswettbewerb ging es darum, aus ausgedienten Gegenständen oder Reststoffen originelle und nachhaltige Neunutzungen zu erschaffen. Ausgeschrieben wurde dieser Wettbewerb bereits zum zehnten Mal vom Arbeitskreis Recycling e. V. Herford. Die Schülerinnen Jana Knubel, Lana Meiwes, Maya Schultenkemper und Marie Baxheinrich reichten als Projekt aus dem Kunstunterricht auch eine Gestaltung ein und belegten sensationell den 1. Platz des RecyclingDesignpreises für Schüler.

In ihrem Projekt beschäftigten sich die Schülerinnen mit alten, faltbaren Landkarten. Diese Karten benutzt heutzutage kaum jemand mehr, denn sie wurden längst durch das Navigationsgerät im Auto oder durch verschiedene Karten-Apps  auf dem Handy ersetzt. Den Schülerinnen war schnell klar, dass sie aus den nicht mehr gebrauchten Landkarten Teddys nähen könnten. Denn Teddys sind für viele Kinder seit jeher treuer Begleiter und bei Urlauben oder Ausflügen oft haltgebender Mitreisender. Doch in diesem Projekt sollten sie keine Gesellen aus kuschligem Fell sein, die zum Streicheln einladen, sondern durch die Materialauswahl der alten Landkarten sollten sie für jeden sichtbar bereits einen eigenen Wegweiser darstellen. Eigene Wege zu finden und zu gehen ist ganz aktuell nämlich für die Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 10 bedeutsam. Sie haben seit ein paar Tagen ihren ersten Schulabschluss in der Tasche und befinden sich vielleicht am ersten Scheideweg ihres Lebens. Ob die Abzweigung in Richtung Ausbildung oder Abitur genommen wird, musste soeben entschieden werden. Wo der neue Weg tatsächlich hinführen wird, ist noch nicht klar. Da hilft vielleicht der alte Freund, der Teddy, der die Schülerinnen und Schüler schon vorher zu fernen und neuen Orten begleitet hat.

Um die Idee des wegweisenden Teddys umzusetzen, haben die Schülerinnen aus den gespendeten Landkarten die laminierten Karten herausgesucht, da sie reißfester waren. Weitere Landkarten haben sie mit Wachs von Kerzenstümpfen eingerieben, um so eine wachsartige Oberfläche zu erzeugen. Dann musste für den Teddy ein Schnittmuster entworfen werden, welches wenige Nähte aufwies. Nach langem Ausprobieren und Nähen entwickelten die Schülerinnen gemeinsam mit Kunstlehrerin Ulrike Lindner ein Muster, sodass der Landkartenteddy nur noch aus vier Schnittteilen bestand. Anschließend füllten sie die genähten Teddys nur noch mit Watte aus ausrangierten Kissen  und hauchten ihnen somit Leben ein. Zum Schluss legten sie einen Stein, der vorher in der Natur gesammelt wurde, zur Erschwerung in den Teddy, damit er auch sitzen kann.

Mit großer Vorfreude reichten die vier Schülerinnen ihr Werk beim 10. RecyclingDesign-Wettbewerb ein. Aus mehreren hundert Einreichungen aus der ganzen Welt wählte eine Fachjury die fantasievollsten wie auch funktionalsten Upcycling-Produkte aus. Der wegweisende Reise-Teddy der Gesamtschule belegte am Ende den ersten Platz und wurde mit anderen Gewinnern am 19.06.2022 im Museum Marta in Herford für die Öffentlichkeit ausgestellt. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden bei der Ausstellungseröffnung mit Preisgeldern in Höhe von 750 Euro für die ersten drei Plätze ausgezeichnet. Vom 3. November bis zum 3. Dezember 2022 ist die Ausstellung sogar in der Galerie Nord des Kunstvereins Tiergarten in Berlin zu sehen.